24. Apr. 2008
Seit Montag bin ich nun also hier in Sihanoukville, Kambodscha. Die Entscheidung, nach Kambodscha auszuwandern habe ich vor ca. einem Jahr gefällt. Es war einer dieser abende, an denen ich gelangweilt vor dem Computer saß und mich mit einem guten Freund im chat unterhielt. Er lebte damals noch mit seiner Familie in Thailand und sprach davon, nach Kambodscha auswandern zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt liebäugelte ich noch mit der Domrep (Dominikanische Republik), allerdings war mir die Kriminalitätsrate dort zu hoch. Ich fragte meinen Freund jedenfalls, ob er das ernst meinen würde - woraufhin er - im Scherz wie er später versicherte - antwortete, ich solle einfach mitkommen und es mir ansehen. Zwei Minuten später stand für mich fest: Ich werde nach Kambodscha reisen! Lediglich der Zeitpunkt meiner Abreise war noch unklar.
Von da ab habe ich mir Bücher über das Land besorgt, im Internet gelesen und mich intensiv über Land und Leute informiert (an dieser Stelle möchte ich dem Betreiber des Kambodscha Info Forum danken, denn dieses Forum hat mir sehr geholfen!). Zu den von mir regelmäßig besuchten websites zählte natürlich auch die Seite von Angkor real estate, schließlich mußte ich ja auch irgendwo wohnen. Daß ich den Makler dann am Ende doch nicht in Anspruch nehmen mußte, verdanke ich besagtem Freund, der nach Kambodscha ausgewandert ist, denn zufällig hat er hier ein passendes Haus für mich entdeckt.
Zu den Reisevorbereitungen gehörten neben den üblichen Formalitäten (Abmeldung, Versicherungskram usw) natürlich auch diverse Impfungen (unter anderem gegen Japanische Encephalitis, Cholera, Tollwut, Hepatits A und B, Typhus) sowie die Beantragung eines internationalen Führerscheins (es soll wohl auch ohne gehen, ..). Da ich keine Lust hatte, in Phnom Penh auf die Ausstellung meines Visums zu warten, habe ich mir vorher ein business Visum bei der kambodschanischen Botschaft zu Berlin ausstellen lassen. Der Spaß war zwar etwas teurer (40 Euro), aber so hatte ich mein Visum bei der Ankunft schon in der Tasche und keinen Streß mit irgendwelchen Formalitäten.
Und am Montag war es dann soweit: Meine Freundin (sie wird hier ca. 3 Wochen Urlaub machen) und Ich waren in Phnom Penh gelandet! Probleme mit dem Jetlag hatte ich eigentlich keine gehabt. Ich habe da so meinen eigenen Trick - zwei Tage vor dem Abflug die Nacht durchmachen (leicht wenn man einfach irgendwo ausgedehnt einen Trinken geht), bis abends schlafen, die letzte Nacht wieder durchmachen und dann im Flugzeug sofort einschlafen … So kommt man dann ausgeschlafen und erholt am Zielort an
In Phnom Penh habe ich mich dann erstmal in ein Cafe direkt am airport gesetzt und ausgiebig Kaffee und Wasser zu mir genommen, bevor ich mich um ein Taxi nach Sihanoukville gekümmert habe. Ich hatte keine Lust, auf den Bus zu warten, sondern war neugierig auf mein neues Heim …
Zum Glück hat mich mein Freund vorher über die üblichen Taxipreise aufgeklärt! Er beschwor mich, auf keinen Fall mehr als 50 $ zu zahlen. Die ersten Fahrer wollten alle 120 $ für die Fahrt haben, nun ja, irgendwann habe ich einen gefunden, der es für 80 $ gemacht hatte. Also, Ziel nennen (mit meinem Freund hier habe ich ausgemacht, daß wir uns an einem Hotel treffen), Koffer einladen, einsteigen, 200 Meter bis zur hauptstraße gefahren, hält der Fahrer den Wagen an. Worauf warten wir? Aha, er möchte mich zu einem Hotel fahren … “Nein, ich benötige kein Hotel, ich habe ein Haus” - “Sie wollen doch zu einem Hotel” - “Nein, ich treffe mich da nur mit meinem Freund und dann fahren wir zu meinem Haus” … Ok, nach 10 Anläufen hatte es der Fahrer verstanden (oder erst dann verstehen wollen, wer weiß das hier schon so genau).
Weitergefahren ist er aber trotzdem nicht. Wir müssten auf seinen Freund warten. Der wäre auch Taxifahrer und wohne in Sihanoukville. Er würde mich mitnehmen für die 80 $. Also gut, ich den Fahrer nett angelächelt und gewartet … Am liebsten hätte ich ihn angeschrien und gefragt, ob er mich “verarschen” wolle. Das sollte man in Asien aber nicht tun. Wer schreit, hat sein Gesicht verloren und wartet noch länger …
Irgendwann kam dann der andere Fahrer und die Fahrt in Richtung neue Heimat ging los. Ein richtiger “Kulturschock” ist mir erspart geblieben. Als wir durch die Dörfer gefahren sind, konnte ich mir den Eindruck nicht verkneifen, daß hier teilweise große Ähnlichkeit zum Kosovo vor ca. 9 Jahren bestehen …
Nach ungefähr vierstündiger Fahrtzeit (inclusive einer Pause nach der Hälfte des Weges in einem Cafe) sind wir wohlbehalten in Sihanoukville eingetroffen. Mein Freund erwartete mich schon vor besagtem Hotel - von dort ist er zu meinem Haus gefahren, wir sind im Taxi gefolgt.
Der Rest verlief reibungslos. Einige Minuten nach unserer Ankunft kam mein Vermieter hinzu (er spricht kein Wort english, hat also immer einen Dolmetscher dabei), ich habe mein Haus bezogen (4 Zimmer, Küche - ca. 120 quadratmeter Wohnfläche für ca. 300 $ im Monat) und das Leben konnte beginnen …
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