So, seit letztem Donnerstag bin ich wieder online. Es hat also doch länger gedauert. Zu meiner Schande muß ich eingestehen, daß ich ca. 5 Tage selbst vertrödelt hatte …
Ein Gewitter hatte in der Nacht von Samstag auf Sonntag dem 04. Mai die Sender-Empfängereinheit auf meinem Dach zerstört. Am darauffolgenden Montag oder Dienstag bin ich also ins Office gefahren und habe von meinem Problem berichtet. Dort wurde mir versichert, daß der Internetzugang wieder funktionieren würde, bzw. das Problem gerade behoben wird. Kein Problem, dachte ich mir, … Am nächsten Tag funktionierte allerdings immer noch nichts. Also wieder ins Office fahren, nachfragen …
Jetzt sollte das Problem am Sender auf meinem Dach liegen. Sie müssten erst nach Phnom Penh fahren um einen neuen Sender zu holen. Wann? Am Freitag morgen soll der Techniker kommen. Ok - ich quäle mich also um halb 8 morgens aus dem Bett und warte auf den Techniker. Nichts. Gegen 12 Uhr rufe ich im office an - wer ich denn überhaupt sei, er hatte meinen Namen am Telefon nicht verstanden. Buchstabieren nutzte auch nichts, Verständnis = Fehlanzeige. Also bin ich wieder ins Office gefahren. Den Sender zu besorgen würde noch länger dauern.
Man gewöhnt sich ja an alles - das Problem ist, das ich den Rechner und den Internetzugang zum arbeiten benötige. Kein Internet, kein arbeiten. Also habe ich die Tage meist mit schlafen, herumgammeln und Biertrinken verbracht. Bzw. die Nächte und die Tage über geschlafen.
Leider waren die letzten Wochen von diversen kambodschanischen Feiertagen durchsetzt, … Zwischendurch litt ich ca. 3 Tage an heftigem Durchfall, so daß schnell wieder eine Woche “verschenkt” war.
Nach einigen weiteren Besuchen im Office war es in der letzten Woche dann soweit - Gegen 10 Uhr vormittags klingelt mein Handy, der Techniker war am Apparat und wollte wissen, wo ich wohne, er könne das Haus nicht finden (der alte Techniker hat wohl gekündigt oder wurde entlassen). Die meisten Straßen hier haben zwar Namen, allerdings kennt die niemand, so ist das halt. Also habe ich dem Fahrer gesagt, er soll zu einer Bar in der Nähe fahren, ich würde ihn dann dort abholen, habe mir ein vorbeifahrendes Motorradtaxi (Motodup) geschnappt und bin für ein paar Riehl zu der Bar gefahren, habe dem Techniker gesagt, er solle mir folgen und die Fahrt ging los.
Bei meinem Haus angekommen habe ich in freudiger Erwartung, in wenigen Minuten wieder online zu sein, mein Notebook hochgefahren und der Dinge geharrt, die da kommen würden. Und prompt - es funktionierte nicht. Ich habe den Techniker gefragt, ob er die neue Sende-Empfangseinheit dabei hätte. Schaut er mich verdutzt an, holt sein Handy heraus und telefoniert (wohl mit dem Office). Das Resultat: Er erklärt mir, ich bräuchte einen neuen Sender. Nun ja, ich sage, daß mir im Office vor 3 Wochen gesagt wurde, ich würde einen neuen benötigen. Der Techniker wußte von nichts … Kommunikation in Reinstform eben … Wie lange er den jetzt brauchen würde mir den neuen Sender heranzuschaffen. Zwei oder drei Tage … Ich habe auch ihm dann erklärt, daß ich den Internetzugang zum arbeiten benötigen würde und wenn ich das Land jetzt verlassen würde und mich in meiner Heimat jemand nach dem Grund fragen würde, ich sagen müsste, daß ich nicht arbeiten konnte und ohne Geld nicht leben kann.
Mittlerweile war ich doch etwas verärgert, zumal ich totmüde war und der Techniker mich aus dem Schlaf geklingelt hatte (ich war die Nacht vorher bis ca. 5 Uhr morgens unterwegs gewesen) …
Wenn die Sache noch zwei oder drei Tage in Anspruch nehmen würde, konnte ich ja am abend wieder auf Tour gehen dachte ich mir. Gedacht, getan - ich wußte ja nicht, daß aus den zwei oder drei Tagen ein Tag werden würde. Am nächsten Tag wurde ich also wieder aus dem Bett geklingelt. Der Techniker stand vor der Tür, oh Wunder, mit dem neuen Sender. Das Gerät auf dem Dach war schnell ausgetauscht und konfiguriert. Jetzt sollte ich mein Notebook hochfahren (die IP-Adressen usw. für die Verbindung müssen eingetragen werden), was ich natürlich gerne tun wollte.
Fehlanzeige! Die Kiste geht an, die Statusleuchten blinken, die Kiste geht wieder aus, schaltet sich an und das Spiel beginnt von neuem. Ich stand vor einem halben Nervenzusammenbruch. Jetzt war ich nach ca. 4 Wochen - zumindest theoretisch - wieder online, da fängt das Notebook an zu streiken. Also habe ich mir von dem Techniker die IP-Adressen und anderen Dinge aufschreiben lassen um die Verbindung dann später selbst einzurichten. Ersteinmal habe ich mich wieder hingelegt und ausgeschlafen. Als ich wachwurde, war es früher abend und folglich zu spät, das Notebook zum Computerfachhandel zu bringen. Aber am nächsten Tag war es dann soweit, Spätnachmittags habe ich mich zu einem Computerfachhandel begeben (abc computers ist meines Wissens der Name, liegt an der Ekareach Street) und gefragt, ob sie mir sagen könnten, was für ein Problem mein Notebook habe. Ich solle das Notebook dalassen, sie würden es sich anschauen. Das wollte ich nicht, da ich in meinem Heimatland noch ca. ein Jahr Garantie auf das Teil habe, von daher habe ich gefragt, ob sie mir nicht einen normalen desktop pc verkaufen könnten. Ich habe mich dann für eine Kiste entschieden (Asus, 1 GB Ram, 3 GHZ Taktfrequenz, 17 Zoll Monitor, cd-Brenner usw., für 690 USD völlig ausreichend), zwei Stunden später konnte ich den Rechner abholen. Nächstes Problem: Bekomme ich hier keine windows Installations-CD? - Nein, das dürften sie nicht weil sie keine Lizenzen dafür haben. Nun ja, was solls … Der Rechner läuft jedenfalls, die Programme, die ich hier zum arbeiten benötige waren schnell installiert (Backups-Cd`s sind schon eine feine Sache
), die Internetverbindung eingerichtet - und jetzt bin ich endlich wieder online!
Wer weiß, wie lange …











lol
so ist eben die auffassung der arbeit in entwicklungsländern…
kommste heut nicht - kommste morgen
^^
6. Jun. 2008 | #