13. Mai. 2009
Gestern war ein sehr aufschlußreicher Tag. Eigentlich ein Tag wie jeder andere auch, nur halt interessanter. Abends bin ich kurz was einkaufen gefahren, zur Wäscherei und zum Geldautomaten Sihanoukville. Danach in die lonebrothers mc bar.
Dann habe ich Eric vom deutschen Restaurant Bavarian angerufen um etwas essbares zu bestellen, nämlich lecker Schnitzel in Champignon-Rahmsoße und Nudeln. Wir erinnern uns - seit einiger Zeit liefert das Bavarian auch, ich meine gegen einen Aufpreis von 50 USD-Cents.
In der lonebrothers-Bar wurde mir dann von einem guten Bekannten von einem Zwischenfall mit einem der girls aus einer Bar (***ich spare mir den Namen der Bar, weil eben nicht alle Mädels so sind, an dieser Stelle mal ***) berichtet. Das Mädel war wohl mit jemandem mit. Am nächsten morgen stellte dieser jemand, wir nennen ihn einfach mal Fabian, fest, daß 20 USD aus seiner Geldbörse fehlten. Danach hat er offenbar das Mädel durchsucht, nichts gefunden. Klug wie so ein Klaugirl ist, trägt es die Beute auch nicht am Körper. Leider war Fräulein Barweib nicht klug genug. Denn Fabian kann von seinem Zimmer aus das Badezimmer sehen, bzw. über den Umweg eines Spiegels oder so. Bargirl geht also auf den Locus, pfriemelt sich einen 20 USD-Schein aus der Klopapierrolle heraus und versucht diesen dann in ihrer Haarpracht zu verstecken. Fabian konnte dieses alles sehr gut beobachten. Dann ging er ins Bad und fragte woher die 20 USD stammen - Barmädchen, ehrlich wie die Unschuld natürlich, antwortet sie habe den Schein auf dem Klo gefunden … (weitere lustige Barmädchenstories finden sich hier).
Klar, in der Klopapierrolle, logisch. Da verstecke ich auch immer meine Moneten, sonnenklar. Nun ja, wenn man Gäste zu Hause hat versteckt man eigentlich seine Wertsachen, bzw. schließt diese ein. Besagtes Mädel war auch mal bei mir zu Gast. Sie hatte jedoch nicht bei mir geschlafen. Mit mir übrigens auch nicht. Es gab Differenzen, sodaß sie dann leider wieder gehen mußte. Im Nachhinein bin ich froh, denn so konnte sie bei mir nicht Wühlmaus spielen. Da das Mädel auch sonst nicht so der Bringer sein soll, habe ich auch nichts verpaßt. Es gibt wohl doch so etwas wie höhere Gewalt …
Später dann bin ich ins Tropicana zum Victory Hill gefahren, nicht ohne natürlich auch einen Abstecher zur “Safari Bar” und der “Honey Bee Bar” in derselben Straße zu machen. Kurz nach Mitternacht dachte ich mir, ich könnte ja mal meinen (Ex-)Tuktuk-Driver anrufen. So ganz zwanglos mal fragen was er mit meiner Kohle angestellt hat, genau genommen mit den 200 USD, die ich ihm gegeben habe um meine Internetrechnung zu bezahlen (ausführlicher Bericht zum Vorfall hier).
Ich habe ehrlich gesagt ja nicht damit gerechnet, daß er ans Telefon geht. Aber er ging dran. Tuktuk die 2. also - Auch hier zeigte sich: Wer lügt sollte wissen, was er vorher erzählt hat. Sonst widerspricht man sich und durch Ungereimtheiten fliegt man dann auf. Er widersprach sich mal wieder. Die 200 USD habe er dringend benötigt als er ganz kurzfristig letzten Mittwoch in Phnom Penh gewesen sein will. Die Mutter war krank. Aha, das soll Mittwoch gewesen sein. Interessant, wo er doch angeblich schon am letzten Montag die Rechnung bezahlt haben will.
Die kranke Mutter ist übrigens auch so ein Dauerbringer. Entweder ist die Mutter krank, das Baby benötigt dringend Medizin oder der Wasserbüffel einen neuen Fernseher. Das Geld will er natürlich zurückzahlen. Ich kann es ihm ja vom Lohn abziehen (ich hatte seinerzeit einen Festpreis mit ihm vereinbart damit ich nicht bei jeder Fahrt bezahlen muß). Da gibts nur einen Haken, ich habe ihn nämlich gefragt ob er ernsthaft glaubt daß ich weiterhin mit ihm fahren würde nachdem er mich dummdreist bestohlen hat. Schweigen am anderen Ende der Leitung.
Um die Sache zu beenden habe ich ihm dann seine Schulden erlassen. Denn zurückzahlen hätte er es so oder so niemals können. Und bevor ich mich irgendwann mal richtig aufrege und ausraste, erlasse ich ihm das Geld lieber und verbuche es als Lehrgeld …
Vorher habe ich noch erfahren, daß er mich auch gut verarscht hat betreffend seines Motobikes. Er hatte mir vor einigen Monaten erzählt, daß er sich ein neues Motorrad fürs tuktuk kaufen wolle. Dämlich wie ich war habe ich ihm dann angeboten, die Kosten zu übernehmen. Ich hätte ja schließlich auch etwas davon wenn er ein ps-stärkeres Gefährt hat. Er hatte dann auch ein neues (gebrauchtes) bike. Es war auch ps-stärker und schneller. Nette Sache. Gestern ist mein neuer Fahrer damit gefahren. Es ist nämlich wieder sein bike.
Mein alter Fahrer hatte ihm das Teil für 400 USD abgekauft. Jetzt hat mein neuer Fahrer es für 200 USD zurückgekauft, sagt er zumindest. Interessant. Ich rege mich nicht darüber auf, ich war ja selbst schuld. Aus Fehlern lernt man eben …
Dann gab es noch einen Zwischenfall auf dem Victory Hill. Ein Bekannter stürmt auf einmal wie von der Tarantel gestochen aus der Bar, geht auf die andere Straßenseite zu einem Motodupfahrer und fängt an ihn zu schubsen. Aha. Geht mich nichts an. Dann hat er ihm mit der Hand gegen den Kopf geschlagen. Das war dann doch zu heftig, ich bin aufgestanden und habe ihn zurückgehalten, dann kamen noch andere Bekannte und zusammen haben wir den potentiellen Amokläufer dann beruhigt und wieder in die Bar bugsiert.
Den Grund für den Ausraster kenne ich nicht genau. Ich hoffe nur daß der Motodriver nicht nachtragend ist, daß könnte nämlich dumme Folgen für meinen Bekannten haben. Hier einen Einheimischen zu schlagen ist wohl so mit das dümmste was man machen kann …
Wie auch immer, so gegen halb 4 oder so ging es dann zum Strand in die Dolphin Bar und das Jack`s Shack. Ich habe geschwitzt wie ein Schwein, vielleicht sollte ich mal ein paar Gänge runterschalten was meinen Lebensstil betrifft, …
Am Strand habe ich dann eine flüchtige Bekannte getroffen. So klang die Nacht dann aus. Eine Nacht wie fast immer, das übliche halt. Und während ich hier so sitze und schreibenderweise versuche meine Kopfschmerzen zu verscheuchen stelle ich fest, daß es ja schon wieder kurz nach 18 Uhr ist und ich langsam hungrig werde.
Mal sehen was sich heute abend ergeben wird, evtl. werde ich noch ein wenig um die Häuser ziehen. Oder auch nicht. Mal schauen …