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28. Aug. 2009

Vor ungefähr acht Monaten (man, wie die Zeit vergeht) hatte ich hier einige Zeilen zum Bargeldbezug an Geldautomaten (ATM) in Sihanoukville verfaßt. Jetzt wollte ich gestern nacht mal antesten ob man kurz vor und dann kurz nach Mitternacht zum Bankomaten gehen kann und somit kurz hintereinander das Limit für den Bezug von Bargeld für zwei Tage voll ausschöpfen kann.

Bei mir hat es nicht funktioniert. Kurz vor Mitternacht Ortszeit, kein Problem, Tageslimit für die von mir mitgeführten zwei Karten konnte abgehoben werden. Dann war ich nochmals gegen halb zwei in der Nacht am ATM und wollte das Limit für den neu angebrochenen Tag ebenfalls abheben. Fehlanzeige, ging nicht - “Maximum amount, try smaller”, bzw. “Session cancelled by ATM” (wie ich diese Zeilen liebe, ich stehe meist kurz vor dem Herzkasper wenn ich das - trotz ausreichender Deckung des Kontos - lese).

Morgens dann nach 5 Uhr hat es allerdings problemlos geklappt. Für mich schließe ich daraus daß nicht die Ortszeit maßgebend ist, sondern die Zeit im Land des kartenausstellenden Geldinstituts, hier also die europäische Zeit (wenn es dort Mitternacht ist haben wir es in Sihanoukville schon 5 Uhr morgens).

Man lernt also nie aus.

27. Aug. 2009

Wer hätte das gedacht, nun wurden doch tatsächlich Etablissements mal dichtgemacht. Sehr zum Leidwesen der Betreiber, man munkelt es ginge um nicht unbeträchtliche Summen Geld.

Ach ja, man möge mir die reisserische Artikelüberschrift verzeihen, aber irgendwie hat sie doch was, oder? ;)

Auf den Netzseiten der Phnom Penh Post ist nachzulesen, daß Anfang August die Iris Bar in Phnom Penh geschlossen sowie der Betreiber und ein “Supervisor” (Manager?) verhaftet wurden. Den beiden wird - oh, wer hätte es gedacht - “Förderung der Prostitution” vorgeworfen. Offenbar wurden die Angestellten unter Druck gesetzt, daß sie gefeuert werden würden sofern sie nicht mit Gästen “mitgehen” wollten.

Ist ja auch gemein. Wo doch jedermann weiß daß die Mädels nur zum Spaß in den Bars herumhängen und es doch nicht im entferntesten darum geht, Geld zu verdienen (aus Sicht der Mädels). Weiter hört man daß noch mindestens ein anderes Lokal geschlossen und die Betreiber verhaftet wurden. Angeblich wurden dort Pornofilme gezeigt und Mädels tanzten zumindest zeitweilig mal nackt.

Schon hart. Aber man weiß, daß Prostitution, Pornographie und dergleichen sündhafter Kram hier in Kambodscha (wie eigentlich in ganz Asien) hochgradig illegal sind.

Lange Rede, kurzer Sinn - no have macht sich folglich so seine Gedanken, schließlich steht er im Begriff in Kürze seine eigene Bar zu eröffnen. Das ganze soll natürlich 100% legal ablaufen, von daher habe ich mich nun dazu entschlossen die Bar nicht wie vorher geplant, “Honeybunny Bar”, zu nennen, sondern mir einen neuen Namen für die Lokalität auszudenken.

Nicht daß noch jemand auf die Idee kommt, bei mir würden käufliche Damen arbeiten oder ich würde dergleichen auch nur im entferntesten unterstützen oder gar begrüßen.

Was ist sonst noch geschehen? Nicht viel, die arbeiten in der Bar gehen recht zügig voran. Mein Manager hatte Glück und fand in der letzten Woche einen Käufer für sein Boot. Der Käufer hatte dann nicht ganz so viel Glück, denn direkt auf der “Jungfernfahrt unter neuem Eigentümer” ist das Gerät auf ne Sandbank gekracht. That`s life … ;)

Nun ja, und “mein” Mädel ist vor kurzem auch wieder bei mir eingezogen. In Phnom Penh hatte es ihr wohl nicht so ganz gefallen und jede Nacht am Strand herumlungern ist wohl auch nicht ihr Fall. Also wohnt sie wieder bei mir. Natürlich unentgeltlich (wir erinnern uns - “käufliche Liebe = nicht gut”).

Leider scheint sie mittlerweile eine ausgesprochene Katzenphobie entwickelt zu haben. Katzen möchte sie nicht mehr im Haus haben, nun ja, schade eigentlich …

Mittlerweile ist es kurz nach halb 8 (abends) und ich verspüre langsam leichten Hunger. Hoffen wir mal daß honeybunny inzwischen frisch geduscht und gestylt fertig ist für den abend. Wir wollen später bei Siggi im Oasis Restaurant & Hotel (infos) einkehren, es soll dort ganz gute Pizza geben (und Honeybunny liebt Pizza).

Also wie immer, alles beim alten. So - take care und bis zum nächsten mal ;)

7. Aug. 2009

… ich bin nicht verschollen. Leider hatte ich in letzter Zeit einiges um die Ohren, dazu kamen dann noch diverse Probleme mit meinem alten Internetprovider. Ich habe dann zwei oder drei Tage lang täglich den Techniker angerufen und gefragt, was los sei. Seinen Aussagen zufolge soll es sich um ein Problem in Phnom Penh gehandelt haben. Auf die Frage, wann ich denn wieder online gehen könnte kam immer die Antwort “tomorrow”. Der Vorteil an der Sache: Die Probleme traten Ende Juli auf. So konnte ich dann ganz entspannt am 30.07. in deren Office spazieren: “Hello, you want to pay for next month?” - “No, I am just here to terminate the contract.” …

Jetzt bin ich bei einem anderen Provider und hoffe daß das ganze hier etwas stabiler laufen werden wird.

ehemalige finlandia bar - innenansicht schankraumWas sonst noch geschah? Dieses und jenes. Am meisten wird meine Leser wohl interessieren daß mein kleines Projekt langsam aber sicher Formen annimmt. Der eine oder andere weiß es schon: Ich werde hier in naher Zukunft eine Bar eröffnen. Die Location (vormals “Finlandia Bar”) befindet sich direkt an der Hauptstraße, gegenüber der ANZ Royal Bank. Einer der Hauptgründe für die Umsetzung dieser Idee ist, daß es mich schon länger stört daß ab einer gewissen Uhrzeit so ziemlich alle guten Bars und Pubs geschlossen haben. Wenn man dann nicht zum Strand fahren möchte hat man ein Problem, denn andere Bars haben meistens geschlossen, zumindest diejenigen, in denen auch deutsch gesprochen wird.

finlandia bar - alter schankraumWie das ganze vormals aussah ist auf dem Bild links zu sehen (jeweils klicken für die Originalgröße), wie der Schankraum bei Anmietung des Hauses durch mich ausgesehen hat ist auf dem Foto oben zu sehen. Aktuelle Bilder werden in Kürze folgen, nur so viel: Der alte Bartresen ist Geschichte und auch sonst sieht der Raum schon nach “Bar” aus, das alte Bahnhofshallenflair wird es jedenfalls nicht mehr geben.

Einen Namen haben wir auch schon, was fehlt ist noch ein vernünftiges Logo. Spätestens am 1. Oktober soll die “Honeybunny Bar“ eröffnet werden. Ich schätze daß wir das locker schaffen, im Zeitplan liegen wir jedenfalls.

Was gibt es sonst noch neues? Richtig, Roman ist wieder da und somit hat die “Schnitzelwirtin” auch wieder geöffnet. Wer in Sihanoukville lecker Schnitzel essen möchte ist hier goldrichtig. Roman findet Ihr in der scharfen Linkskurve wenn Ihr von der Innenstadt in Richtung Golden Lion Traffic Circle fahrt.

Einen neuen Mitbewohner habe ich inzwischen auch. Das Tierchen heißt “Katz” und ist - wer hätte es gedacht - eine kleine Katze. Vor einigen Tagen kam noch eine zweites Kätzchen dazu, leider war es wohl schon totkrank als es bei mir eingezogen ist. Ich mußte dann leider etwas Sterbehilfe leisten. Schade, aber so ist das Leben nunmal. Ich hoffe nur daß das Viech den “Katz” nicht angesteckt hat …

Nun ja, eigentlich habe ich noch eine weitere Mitbewohnerin, allerdings ist diese menschlicher Natur. So ist sie ja ganz nett, nur Ihr Name gefällt mir nicht. Sie hat zwar mindestens zwei “Künstlernamen”, diese gefallen mir aber eben so wenig wie Ihr realer Name (oder der Name, welcher auf Ihrer ID-Card zu finden ist). Also heißt sie wie alle anderen Mädels hier auch: “Honeybunny”, fertig. Ist auch einfacher zu merken, ich werde ja auch langsam alt und bekomme das mit den Namen nicht mehr so auf die Reihe, schließlich bin ich letztens schon 30 geworden, …

Leider scheint bei Ihr so langsam das bekannte Anspruchsdenken durchzubrechen. Das äussert sich dann in so Sprüchen daß z.b. Ihre Schwester Ihr vorhalten würde sie würde Vater und Mutter vernachlässigen. Ich habe Ihr dann gesagt daß sie Ihre Eltern gerne unterstützen kann. Allerdings mit Ihrem Geld. Oder warum ich denn immer nur Tuktuk fahren würde, ein eigenes Motobike käme mich doch viel günstiger.

Dazu muß man wissen daß der Ex-”Freund” ihrer Schwester so schlau war selbiger eine nagelneue airblade zu kaufen (Kosten ca. 1600 USD) und diese dann noch auf den Namen des Mädels zuzulassen. Jetzt ist die “Beziehung” Geschichte und das Mädel hat eine nagelneue airblade. Selbst schuld, von mir gibt es jedenfalls keine airblade …

Jetzt bin ich schon gespannt wann die Mutter, der Onkel, Bruder oder der Wasserbüffel krank wird und dringend Geld für einen neuen Fernseher, äh, eine Operation, benötigt werden wird …

Man sieht, hier ist immer was los ;)


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