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22. Jan. 2010

Fast hätte ich es vergessen, aber jetzt bin ich soeben von einem Leser - danke Christian - wieder daran erinnert worden. Da war doch noch was, aha, genau: In Kürze kommt in Deutschland der Kinofilm “Same Same but different” in die Kinos (ich hatte ziemlich genau vor einem Jahr HIER darüber berichtet und möchte mich deshalb an dieser Stelle auch nicht großartig wiederholen).

Christian hat mir per comment zwei Links zugesandt, der eine führt zu einem Bericht auf spiegel.de über den Kinofilm (hier). Der andere Link ist da bei weitem interessanter, bestätigt er doch mein Vorurteil bzgl. des Autors Benjamin Prüfer, von dessen “Lovestory” der Film von Detlev Buck handelt.

Es geht um ein Interview mit Herrn Prüfer, welches am 21.01.2010 auf spiegel.de veröffentlicht wurde (link hier). Der Titel sagt eigentlich schon alles aus - “Deutsch-kambodschanische Liebe - “Wer mit einer Asiatin zusammenlebt, ist zum Abschuss freigegeben”“.

So heißt es:

Benjamin Prüfer verliebte sich im Kambodscha-Urlaub in eine Prostituierte. Sie heirateten und zogen nach Deutschland. Sein autobiografischer Roman war Vorlage für den Kinofilm “Same Same But Different”. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview spricht der 30-Jährige über sein Leben mit Sreykeo.

Was dann folgt ist das typisch medienwirksame Geseiere eines - in meinen Augen - drittklassigen “Journalisten”. Beispiele gefällig?

Zitat: “Sreykeo und ich sind seit fast vier Jahren verheiratet und haben zwei Kinder, trotzdem gibt es immer noch Leute, die sagen: Deine Liebe ist eine Illusion! Sie will doch nur Dein Geld!”“.

Auf die Frage, wie er auf diese Vorurteile reagiere, antwortet er dann damit, daß er denke, Leute die derartiges behaupten könnten ihm am Arsch lecken. Ja klar, ok, sie möchte nicht sein Geld, aber ein besseres Leben, und eben die Möglichkeit der besseren medizinischen Versorgung anbetrachts ihrer HIV-Infektion. Oder denkt er, dem wäre nicht so?

Das Beste in dem Interview kommt dann zum Schluß. Da weiß ich nicht ob ich lachen oder weinen soll wenn ich diesen Schwachsinn lese. Zitat:

SPIEGEL ONLINE: Vermissen Sie in Kambodscha typisch deutsche Dinge?

Prüfer: Vieles! Leckeren Bohnenkaffee, gepflasterte Wege … Je länger ich in Kambodscha lebe, umso spießiger werde ich. Ich bin der einzige, der die Fensterscheiben mit Glasreiniger putzt. Ich träume davon, dass der Fernseher sofort läuft, wenn ich den Stecker in die Steckdose stecke. Das funktioniert hier aber nicht. Ist doch kein Wunder, dass die Wirtschaft nicht in Schwung kommt, wenn es keine funktionierenden Steckdosen gibt.

Ich weiß ja nicht in welchem Kambodscha Herr Superjournalist Prüfer gewesen ist. In dem Kambodscha in dem ich hier lebe gibt es Bohnenkaffee. Sehr leckeren sogar. Und, man staune, es gibt hier sogar Steckdosen. Und Fernseher die funktionieren gibts hier auch, von gepflasterten Wegen mal ganz zu schweigen.

Wie auch immer, ein Gutes wird der Kinostart des Films haben: Ich bin mir sicher daß der eine oder andere Tourist seinen nächsten Urlaub in Kambodscha verbringen werden wird. Ob jetzt wegen den Mädels, des Bohnenkaffees oder der Steckdosen wegen weiß ich natürlich nicht.

Vielleicht sollte ich auch mal ein Buch veröffentlichen. Journalist kann ich mich auch nennen. Und nen Presseausweis habe ich auch, so nebenbei angemerkt. Dann schreibe ich ein Buch. Vielleicht wirds ja mal verfilmt und dann stelle ich mich auch hin und gebe sinnbefreite Interviews. Vielleicht wirds ja auch ein richtig dickes Buch, erlebt habe ich ja auch schon so einiges, nicht nur in Kambodscha.

Andererseits bin ich froh daß ich hier meine Ruhe habe. Richtige Ruhe. Honeybunny ist nämlich auch - mal wieder - ausgezogen. Ob ich die Kohle für den Reisepaß den ich bezahlt habe (immerhin 200 $ ca.) und für den Zahnarzt (180 $) wiederbekomme steht in den Sternen. Ich schätze eher nicht.

Denn wenn Honeybunny anschaffen geht (was soll sie sonst tun?) gibt sie die Kohlen der Mami. Der Grund für ihren Auszug war im Übrigen unter anderem der, daß ich kein Geld für Mami rausgerückt habe. Denn wenn mir eines auf den Sack geht dann ist es das dämliche Rumgebettele um Geld. Geld hier, Geld da.

Dabei ist es völlig ausreichend wenn die Familie zwischen 50 und 100 US$ pro Monat erhält. Mehr ist nicht drin weil ich es nicht einsehe. Viele Menschen hier in Kambodscha wären froh wenn sie 100 US$ im Monat verdienen würden! Und wenn man ihr das versucht zu erklären kommt nur was wie “I know money too much for kamputchea, but not money too much for you.”. Meine Antwort ist dann meist “That is not my problem.”.

So ist das Leben …

6 Kommentare »

  1. Christian schreibt:

    Oh Mann, Du wirst ja immer zynischer. Ist vielleicht mal Zeit für einen Trip nach Deutschland oder evtl. Australien (ist ja bei Dir gleich um die Ecke; kann ich nur empfehlen!), um den Kopf mal wieder frei zu kriegen. Hang in there, mate! Bis bald mal auf ein Bier in Deiner Kneipe!
    Christian

    Marc: “Hehe, alles in Planung.”

    22. Jan. 2010 | #

  2. Don Kong schreibt:

    Da gibts überhaupt nichts zu meckern über die Frauen hier. Wer sich seine Freundin im Puff sucht, wo bekanntlich Mädels ohne Bildungsstand aus armen Familien arbeiten, darf sich nachher nicht beklagen.

    Wie überall auf der Welt kann man auch in Kambodscha Frauen kennenlernen die nicht in Bordellen arbeiten sondern einen ganz normalen Job und auch einen gewissen Bildungsstand haben. Nur die wollen halt einen normalen Partner, mit dem sie ein ganz normales Leben leben können.

    Marc: “Was, hast Du etwa Klagen gehört? Und höre ich da eventuell einen leichten Unterton, so zwischen den Zeilen, Stichwort “ein ganz normales Leben leben”?. Ok, ich weiß was Du mir sagen möchtest ;)

    22. Jan. 2010 | #

  3. Taxischlampenliebhaber schreibt:

    So viel Stress wie du mit dem Weib immer hattest. Man sei froh dass sie weg ist die Kuh. Betrogen hast sie ja auch öfters wenn ich das so mitbekommen habe.

    Marc: “Jo, ist schon was wahres dran. Obwohl, sie wartet wohl auf die Einladung zum zurückkommen. Hat mir vorhin eine sms schreiben lassen (sie kann kein English schreiben). Nun ja, ich wollte mich eh etwas umorientieren. Ist jetzt wohl ein guter Zeitpunkt dafür ;)”

    24. Jan. 2010 | #

  4. Don Kong schreibt:

    Marc: “Was, hast Du etwa Klagen gehört? Und höre ich da eventuell einen leichten Unterton, so zwischen den Zeilen, Stichwort “ein ganz normales Leben leben”?. Ok, ich weiß was Du mir sagen möchtest ;)

    Na ja, man sollte denken das du alt genug bist um das mit dem Mädel in den Griff zu bekommen damit die Seifenoper endlich ein Ende hat (das die Fremdgeht halte ich für ein Gerücht, da ist die nicht der Typ für) :-).
    Mal was anderes, ich höhre überall nur Lob und gutes über deine Kneipe und gestern abend als ich dran vorbei gefahren bin, sah es auch wieder gut gefüllt aus. Meinen Glückwunsch, das Projekt scheint dir gelungen zu sein.
    Das einzige was von einigen Gästen beanstandet wurde ist, das sich die Servicekräfte nicht gebührend um die Gäste kümmern würden. Do solltest da nochmal eine Schulung, eventuell mit Rollenspielen, durchführen :-).

    24. Jan. 2010 | #

  5. Tom schreibt:

    Habe den Film heute gesehen. Gar nicht schlecht. Nicht besonders sentimental.

    29. Jan. 2010 | #

  6. prinzregent schreibt:

    … warum die Leute nach Cambodia kommen, ei wegen der Madls UND der Steckdosen. :-)) lol

    “Wer mit einer Asiatin zusammenlebt, ist zum Abschuss freigegeben”“.

    Da kann vielleicht was dran sein,
    denn ich habe eine ” Todesliste ” aus dem Internet erstellt.

    Ich fand 10 gewaltsame Tode seit Jahresbeginn … :-((

    Die Toten ruhen in Frieden …

    30. Jan. 2010 | #

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