24. Apr. 2008
Die erste Nacht haben wir hier gut überstanden. Dienstag, 22.04., ich stehe irgendwann am späten Vormittag auf. Eigentlich habe ich hier schon wieder meinen “normalen” Schlafrhytmus drauf - irgendwann tief in der Nacht zu Bett gehen und am späten Vormittag aufstehen …
Wir sitzen auf meiner Terrasse und trinken Kaffee, meine Freundin putzt das Haus und danach erkunden wir die nähere Umgebung. Ein paar Meter neben unserem Haus befinden sich eine Wäscherei (für 1 kg Wäsche zahlt man 3000 Riehl, also ca. 75 dollarcents) sowie zwei kleine Ladenlokale, in denen man z.b. Bierdosen und Trinkwasserflaschen käuflich erwerben kann (für 8 Dosen Angkor und ca. 6 liter Wasser habe ich hier 30000 Riehl bezahlt, also ca. 7,50 $).
Von unserem Haus sind es nur ca. 5 Minuten Fußweg bis zum golden lion traffic circle. Wir gehen ein paar Meter weiter und setzen uns in die Bar “beach road” und trinken ein paar Kaltgetränke (Angkor draft, wat sonst ;)). Die Bar ist so gut wie leer, ich unterhalte mich mit einem Amerikaner und merke schnell, daß mein English nicht nur holprig, sondern einfach nur miserabel ist. Das war auch mal besser, vor Jahren. Aber was solls? Mit der Zeit kommt das schon wieder …
Am frühen abend sind wir mit unserem Bekannten hier verabredet. Wir wollen hoch zum Victory Hill, was essen und trinken. Also nehmen wir uns eines der tuktuk Taxis (diese Motorräder mit überdachtem Anhänger) und fahren zum Haus meines Freundes. Ich sage dem Fahrer, er solle ca. 20 Minuten vor dem Haus warten, damit wir mit ihm zum Vicory hill fahren können. Nun ja, aus den 20 Minuten wurden dann 50 Minuten (wir haben ihm zwischendurch kurz bescheid gegeben daß es noch dauern würde) …
Die Fahrt hat mich 7 $ gekostet. Für mich, der ich westliche Verhältnisse gewohnt bin, ist das auch wenig. Mittlerweile weiß ich, daß ca. 3-4 $ angemessen gewesen wären. Nun ja, ich habe es überlebt …
Auf dem Victory Hill sind wir ins “La Trattoria” eingekehrt, einer kleinen Pizzeria. Die Pizza hat wirklich gut geschmeckt! Danach waren wir noch in einer Bar (ich meine es war “The Look” oder so ähnlich). Mein Freund ist nach Hause gefahren, wir sitzen noch in der bar und lassen den abend ausklingen. Meine Freundin hat sich zwischendurch noch von einem der Bargirls den Rücken massieren lassen … Nun ja, warum ich eigentlich nicht? Was solls. Der Tuktukfahrer hat die ganze Zeit über auf uns gewartet - gegen 23:30 Uhr fährt er uns wieder nach Hause und sagt, wenn ich ein tuktuk brauchen würde, solle ich ihn anrufen.
Nun ja - ich habe ihm dann erklärt, daß ich erst seit einem Tag in cambodia sei und noch kein Handy hätte (westliche simkarten funktionieren hier anscheinend nicht, kein Roaming oder was auch immer). Dazu ist zu sagen, daß man als Ausländer hier offiziell keine Handys kaufen kann. Es muß also immer ein Einheimischer mitkommen und seine id-card vorlegen.
Jedenfalls bot der Fahrer mir an, am nächsten Tag mit mir eine simkarte kaufen zu gehen. Feine Sache! Ich war natürlich sofort einverstanden und wir einigten uns darauf, daß er mich 12 Uhr mittags am nächsten Tag zuhause abholen solle, was er dann auch tat.
Pünktlich um 12 Uhr mittags am darauffolgenden Tag stand er vor meinem Grundstück “hello marc, how are you?”. Ich wette 100 $, daß er mir nicht aus Nächstenliebe helfen wollte, eher wohl deshalb, weil er hofft, ich würde öfter mit ihm fahren … Mit dieser Einschätzung liegt er ja auch goldrichtig - Wenn ich hier nachts unterwegs bin, möchte ich ja auch irgendwie nach Hause kommen …
Die Simkarte hat mich knapp 30 $ gekostet, als Dank für seine Mühe habe ich dem Fahrer neben dem Fahrpreis (6 $, mal wieder zu viel, ich handele ihn aber schon noch runter …) 20 $ gegeben. Es war mein dritter Tag in Sihanoukville, ich wußte es nicht besser. Wie auch immer - am Ende waren alle glücklich (ich habe meine simkarte, der Fahrer hat sehr gut verdient) …